Der Kulturgeist - Literatur

DER AUTOR LIEBOLD

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Der Kulturgeist

Titel: Der Kulturgeist
Untertitel: …und andere Dämonen
ISBN-10: 3-937330-26-6
ISBN-13: 978-3-937330-26-6
Amator Veritas Buch XL
Anthologie phantastischer Novellen.
Erschienen am: 11.04.2008.

128 Seiten, broschürt. Format 128×210mm
Illustrationen von Katharina Theine und Norman Liebold

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Preis: 10,00 €

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Inhalt | Norman Liebold wagt einmal mehr einen Ausflug in die Zwischenwelt: Anderwelt bricht drei Mal mitten in Bonn in das, was wir so gerne “Realität” nennen, und das auf ausgesprochen erotische Weise – drei phantastische Liebesgeschichten, mal amüsant, mal philosophisch, mal auf gruselige Weise schlüpfrig.

Carpe Noctem | In der Karneval völlig überfüllten Disko „Atlantis“ trifft Minosch zwei seltsame Herren am einzigen Tisch mit freien Plätzen. Sie diskutieren angeregt über den Apfel zwischen ihnen, ob er nun ein Apfel sei, oder vielleicht nicht eine Banane. Was zuerst ein wenig albern wirkt, wird schnell bedrohlich: Der Apfel wird im Takt der Worte zur Banane, später zum Schädel, zum Stein oder zum Kaninchen, das kreischend verendet. Minosch begreift: er ist zur richtigen Zeit am falschen Platz. Während seine Wirklichkeit philosophierend in Fetzen gerissen wird, rettet ihn die Kellnerin mit dem ausgesprochen schönen Rücken. Dass der Stierkopf auf ihren Schultern keine Maske ist, wird ihm erst klar, als es zu spät ist. Ein Neuzeitmärchen über Wirklichkeit und was so scheint. Witzig, skurill, philosophisch mit erotischem Augenzwinkern.

Der Kulturgeist | „Der Kulturgeist“ erzählt die Geschichte des Musikers John, der nach einem enttäuschenden Konzert ein Beduinenzelt in der Kellerdisko aufgebaut findet. Er begegnet darin der wunderschönen Dunjazad, in die er sich nicht nur sofort und haltlos verliebt, sondern, absurd genug, von ihr in eine philosophische Diskussion über Sinn und Idiotie der modernen Kulturindustrie verwickelt wird. Während er immer mehr in eine irreale Stimmung voller orientalischer Märchenelemente abgleitet, die sich zunehmend erotisch auflädt, wird ihm der ganze Betrug und die Entfremdung der Musikbranche bewusst. Liebolds Erzählung bewegt sich stilsicher auf dem schmalen Grad zwischen ornamental orientalischer Erzählkunst und harter Gesellschaftskritik und lässt seinen Helden zwischen den Lüftungsrohren einer Kellerdisko und den sanft wehenden Winden einer minarettverzierten Märchenstadt schweben – mit einem mehr als überraschenden Ende.

Kladdentext

„Was denken Minotauren, wenn sie Fäden durch Städtedärme spannen? Es war ihm gleich, ob sie ein wildes Tier war mit Menschenleib oder ein Mensch mit Tier-schädel.“ (Carpe Noctem)

„Und diese zwölf Wochen waren ein purpurner Strudel aus weißer Haut, Wein und Fleisch. Es war wie eine einzige, lange Nacht, wo Schlaf und Lust sich abwechseln und dazwischen wirrer Dämmer herrscht aus Weindunst und verschlungener Haut.“ (Venusberg)

„John bemerkte, dass er auf Dunyazads Bauch starrte und sich in ihm etwas wunderte, ohne recht zu wissen, worüber eigentlich – bis ihm bewusst wurde, dass sie keinen Nabel hatte.“ (Der Kulturgeist)